Zwischen Linsensuppe und Verdrängung – „Nie wieder“ ist jetzt
Shownotes
"The Pioneer Briefing" kostenlos als Newsletter abonnieren: http://bit.ly/40vucZ8Jörg Thadeusz hat „Damals war es Friedrich“ als Junge auf dem Fußboden bei seinen Großeltern gelesen. In einer Wohnung, in der der Opa die Oma morgens mit „Rosamunde“ weckte, der Zucker in der Linsensuppe eine kleine Gipfelspitze bilden musste und über die deutsche Geschichte lieber nicht gesprochen wurde. Bis 1979 die US-Serie „Holocaust“ im Fernsehen lief und seine Oma plötzlich vom Sofa aufsprang, weil sie wiedererkannte, was sie als junges Mädchen in ihrer brandenburgischen Heimatstadt mitangesehen hatte.
Jörg erzählt von Großeltern, die in eine unbegreifliche Schande verstrickt waren, von den Irrtümern der eigenen Generation, die sich alles ausführlich erstreiten durfte, weil sie nichts wirklich aushalten musste, und von der Skepsis gegenüber allzu fiebrigen Überzeugungen. Er erinnert an Coco Schumann, den in Auschwitz die Musik rettete, an Inge Deutschkron, die sich in Berlin vor den Nazis verstecken konnte, und an Marcel Reif, der im Bundestag den Satz seines Vaters weitergab. Und er richtet deutliche Worte an die Linkspartei: Einkehr statt Abwehr.
Ein Wort zum Sonntag über das Erbe der Großeltern, den Wert des Zweifels und die eine Gewissheit, die feststehen muss: Jüdische Menschen dürfen sich in Deutschland nie wieder bedroht fühlen, weder von rechts noch von links. Dieser Podcast enthält u.a. folgende Tonmaterial: Serie: Holocaust – die Geschichte der Familie Weiss (USA, 1978). Regie: Marvin J. Chomsky. Produktion: Robert Berger, Herbert Brodkin.
Tickets für das Pioneer Late Night Briefing in Erfurt am 1. Oktober finden Sie hier. Redaktion: Nina Hecklau
Produktion: Mikolaj Wirz
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